VISP im Rückblick

Lust auf eine (Erfolgs-)Geschichte ?

Sie beginnt wie so oft mit einer Idee. Der Idee,  gesellschaftspolitische und soziale Verantwortung mit ökologisch und ökonomisch sinnvollen Aspekten zu verbinden. Auf Initiative des Abfallverbandes Tulln wurde 2000 basierend auf dieser Idee die Verwertungsinitiative Sperrmüll GmbH, kurz VISP, in Grafenwörth (NÖ) gegründet. Wie der Name vermuten lässt, liegt der wesentliche Unternehmensgegenstand in der Erbringung von nachhaltigen Dienstleistungen im Bereich der Abfallwirtschaft. Aber damit nicht genug. Dank der weitergehenden Unterstützung des Arbeitsmarktservice NÖ wurde die VISP zu einem Sozialökonomischen Projekt, dessen vordergründige Aufgabe noch heute die Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen in den sogenannten ersten Arbeitsmarkt darstellt. Die betreffenden Personen werden dabei sozialpädagogisch betreut und von Mitarbeitern der VISP in die Arbeitsprozesse eingeführt. Während der Aufenthaltszeit von längstens 12 Monaten wird versucht, die betreffenden Personen an regionale Betriebe zu vermitteln, bzw. werden ihnen auch Skills und Qualifikationen nähergebracht, die ihnen den Einstieg in ein neues Arbeitsverhältnis erleichtern sollen. In den Jahren 2004 und 2005 folgten dieser Idee  bald Probleme, welche alleine nicht bewältigbar waren. Die VISP geriet in finanzielle Schieflage. Es wurde ein Partner gesucht, der durch Prozessoptimierungen und fachliches Knowhow im Bereich der Abfallwirtschaft den Betrieb auch wirtschaftlich stabilisieren sollte. Mit dem Saubermacher, einem langjährigen Partner des Abfallverbandes Tulln, wurde dieser letztendlich auch gefunden. Saubermacher stieg als Gesellschafter bei der VISP ein und gemeinsam gelang es, die Gesellschaft in den Folgejahren aus der Verlustzone zu führen.

Die VISP ist heute ein regional etabliertes Verwertungsunternehmen, dessen Hauptaufgabe die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen darstellt. Hierbei geht es in erster Linie um die Erfüllung der Vorgaben des Arbeitsmarktservice im Hinblick auf Kennzahlen wie Vermittlungsquote, Frauenbeschäftigungsanteil oder etwa Anteil der über 50jährigen. Das Geschäftsfeld hat sich anlassbezogen insofern gewandelt, als das heute am Standort in Grafenwörth u.a. die Hälfte der in NÖ anfallenden  Bildschirmgeräte (ca. 55.000 Geräte pro Jahr), welche als Abfall übernommen werden, zerlegt und einer Verwertung zugeführt werden. Weitere Geschäftsfelder, die sich mit der Weiterverwendung und dem ReUse-Gedanken im Zusammenhang mit Abfällen befassen, sind im Aufbau oder bereits etabliert. Damit leistet die VISP nebenbei einen nachhaltigen Beitrag zur Ressourcenschonung und ist die Symbiose von sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit.

Und die Gesellschafter? Durch die Beteiligung an dieser Non-Profit Organisation kommt es zu keinen wirtschaftlich verwertbaren Erträgen. Etwaige Gewinne dürfen nicht ausgeschüttet werden, sondern werden mit dem Arbeitsmarktservice gegengerechnet. Aus Sicht des VISP Vereins und des  Saubermacher ist die Beteiligung an der VISP die gelebte und nicht nur proklamierte Übernahme von Sozialer Verantwortung. Eine Verantwortung, die jedes Unternehmen in Abhängigkeit seiner eigenen Möglichkeiten hat (und gesellschaftspolitisch auch leben sollte).Vielleicht ist sie auch ein wenig das Soziale Gewissen !